Über mich und meine Musik

Seit 2002 bin ich als ehemaliger Sänger und Gitarrist einer Stuttgarter Indie-Folk-Band nun schon auf Solopfaden unterwegs und mache Musik. Musik, die sich vielleicht noch am ehesten mit dem Label „Contemporary Indie Folk“ etikettieren lässt, da die Lieder einerseits aktuelle Stilelemente, andererseits aber auch traditionelle Melodien und Instrumentierungen beinhalten. Insofern ist das Ergebnis sowohl eine zeitlose als auch eine kontemporäre Mixtur verschiedener Stilrichtungen. Die Texte, die eine nicht unerhebliche Bedeutung für meine Songs haben, entstehen dabei sowohl in Deutsch als auch in Englisch.

Was als entspanntes Projekt ohne größere Ambitionen und aus Spaß an der Musik begann, hat sich mittlerweile, fünf Alben später, zu einer kleinen Geschichte entwickelt. Während auf dem ersten Album „Disconnect“ noch die Lust am Experimentieren mit Samples, Loops und verschiedenen Gitarrensounds im Vordergrund stand, und so der Platte einen – für einen Singer/Songwriter – ganz ungewöhnlichen, eher experimentellen Sound gab, bei dem jeder Songs ganz alleine für sich zu stehen scheint, überraschte das zweite Album „Schön ist es“ mit einer homogeneren Songauswahl und Produktion. Klare Gitarrenlinien und Arrangements, prägnante Stimme und reduzierte Schlagzeugarbeit prägen diese Platte, die sich stilistisch irgendwo zwischen Folk und Indie bewegt. Mit „Sag mir wohin“ erschien 2010 mein bis dato komplettestes Album. „Stadt ohne Himmel“ oder „Sag mir wohin“ sind Songs mit Wiedererkennungswert, bei denen man auch textlich gerne zwei Mal hinhören möchte.

„Out of Season“, das vierte Album, erschien dann Ende 2012. Dieses präsentiert wieder handgemachten Indie-Folkrock mit sehr poetischen deutschen und englischen Texten. In diesen geht es um ums Alleinsein, Sehnsüchte oder die Suche nach Glück und Sinn im Leben. Die neue Platte ist als Konzeptalbum angelegt, das um wunderschöne Streicherarrangements herum aufgebaut ist. So finden sich in jedem einzelnen der zehn Songs nicht einfach nur Streicherpassagen, die mal mehr, mal weniger die flächendeckende Funktion von Keyboards übernehmen. Die Streicher auf „Out of Season“ bilden vielmehr den Kern der einzelnen Stücke, um den sich die anderen Instrumente herum gruppieren. Die Songs klingen deshalb abwechslungsreich und die wunderbaren Melodien kommen mit einer erstaunlichen Leichtigkeit und Wärme daher. So verströmt „Out of Season“ eine beachtliche Gelassenheit und Ruhe, die dem Zuhörer Platz und Raum für seine eigenen Interpretationen bietet.

2015 dann die fünfte Platte: „Auf Sicht“. Wieder ein Stück näher zu den Wurzeln zurück: Handgemachte Singer/Songwriter-Musik mit Vintage-Vibe, d.h. mit vielen schönen Retro-Instrumenten und den dazu passenden Songs. Mal treibend, rhythmisch („Melancholy“), mal knackig-bissig („Die leeren Tage“) oder einfach nur reduziert auf das Wesentliche („Time to go“). Eine schöne, reife Platte, in die viele Erfahrungen und Dinge aus den letzten Jahren eingeflossen sind und die trotz der High-End-Produktion auffallend unaufgeregt und entspannt daher kommt.

Mit „Random Karma“ erscheint 2018 das mittlerweile sechste Album. Eine Platte, die nahtlos an den Vorgänger „Auf Sicht“ (2015) anknüpft und domestizierten Indie-/Alternative Rock mit starkem Britpop-Einschlag bietet. Was bei „Random Karma“ im Vergleich zu den anderen Veröffentlichungen beim Hören sofort auffällt, ist der deutlich reduzierte Einsatz von Akustikgitarren. Diese mussten angezerrten Vintage-Crunchgitarren verschiedenster Couleur Platz machen und finden sich – auf der mit acht Liedern reduzierten Vinyledition – nur noch in dem Stück „Rainmaker“ wieder. Ansonsten dominieren E-Gitarren, und dementsprechend geht es deutlich direkter und rougher zur Sache als bei den Vorgängeralben. Ebenfalls erwähnenswert ist die Tatsache, dass alle Texte auf „Random Karma“ auf Englisch sind. Boten die bisherigen Alben einen mehr oder weniger abwechslungsreichen textlichen Mix aus deutschen und englischen Lyrics (auf den ersten beiden Platten finden sich sogar zwei Lieder auf Französisch), so stand bei „Random Karma“ eine bewusste, absichtliche Reduzierung und Beschränkung auch in sprachlicher Hinsicht im Vordergrund. Im Zusammenspiel mit der ebenfalls reduzierten Instrumentierung (im Wesentlichen Gitarren, Schlagzeug, Bass und Gesang) entsteht so ein höchst kompaktes und dichtes Hörerlebnis, das man sowohl leise als auch aufgedreht und laut wunderbar anhören kann.